Praxis - Raumakustik

Konkrete raumakustische Ausführung im Projekt

Die Raumakustik ist zur Zeit noch nicht im Detail fertig geplant.

Das grundlegende Ziel in der Raumakustik ist hohe Diffusität und eine der Nutzung entsprechende Nachhallzeit. Für Räume, in denen Tonbearbeitung stattfindet, empfiehlt die DIN 15996 („Bild- und Tonbearbeitung in Film-, Video- und Rundfunkbetrieben – Grundsätze und Festlegungen für den Arbeitsplatz“) Nachhallzeiten wie in Abbildung 6.2.1 .

„Zusätzlich sollte der Unterschied der gemessenen Nachhallzeiten T in aufeinander folgenden Terzbändern zumindest im Frequenzbereich zwischen 200 Hz und 10 kHz die Grenzabweichung ± 0,1 Tm nicht überschreiten.“
„Tm ist der arithmetische Mittelwert der gemessenen Nachhallzeiten T in den Terzbändern 200 Hz bis 2,5 kHz.“
Abbildung 6.2.1: Empfohlene Nachhallzeiten in Abhängigkeit vom Volumen des Raumes laut DIN 15996T500 ist die Nachhallzeit bei 500 Hz
Abbildung 6.2.1:

Empfohlene Nachhallzeiten in Abhängigkeit vom Volumen des Raumes laut DIN 15996
T500 ist die Nachhallzeit bei 500 Hz

Legt man mit Hilfe des Diagrammes in Abbildung 6.2.1 für den etwa 85m3 großen Raum eine zu erreichende Nachhallzeit T500 von etwa 0,25 Sekunden fest, so verlangt Abbildung 6.2.2 , dass sich die Nachhallzeit überall im Bereich zwischen 0,23 und 0,28 Sekunden befindet. Nur bei sehr tiefen Frequenzen darf die Nachhallzeit etwas länger sein (0,38 Sekunden) und zu sehr hohen Frequenzen etwas kürzer (0,18 Sekunden).

Abbildung 6.2.2: Toleranzfeld für die Nachhallzeit nach DIN 15966Tm - arithmetischer Mittelwert der gemessenen Nachhallzeiten T in den Terzbändern 200-2500 Hz.
Abbildung 6.2.2:

Toleranzfeld für die Nachhallzeit nach DIN 15966
Tm - arithmetischer Mittelwert der gemessenen Nachhallzeiten T in den Terzbändern 200-2500 Hz.

Ist die Vorsatzschale fertig, wird zunächst die dann vorherrschende Nachhallzeit (wenn möglich getreu der EN ISO 3382) gemessen werden. Mit Hilfe von Gleichung 5.2.h kann aus der gemessenen Nachhallzeit und des Volumens und der Gesamtfläche aller Raumbegrenzungsflächen der mittlere Absorbtionsgrad und damit die äquivalente Schallabsorptionsfläche ermittelt werden (siehe Gleichung 5.2.d und Abbildung 6.2.3 ).

Abbildung 6.2.3: Berechnung der gemessenen und der gewünschten (benötigten) Schallabsorption. Die gemessene Schallabsorptionsfläche ist hier 16,15m2, die gewünschte 45,33m2. Die Differenz der äquivalenten Schallabsorptionsflächen (hier also 28,18m2) wird zusätzlich benötigt um die hier eingetragenen 0,25sek Nachhallzeit zu erreichen.
Abbildung 6.2.3:

Berechnung der gemessenen und der gewünschten (benötigten) Schallabsorption. Die gemessene Schallabsorptionsfläche ist hier 16,15m2, die gewünschte 45,33m2. Die Differenz der äquivalenten Schallabsorptionsflächen (hier also 28,18m2) wird zusätzlich benötigt um die hier eingetragenen 0,25sek Nachhallzeit zu erreichen.

Rechnet man auch dieselben Werte mit der gewünschten Nachhallzeit aus, so kann man die zusätzlich benötigte Absorptionsfläche durch einfache Subtraktion errechnen. Der Vollständigkeit wegen sei noch erwähnt, dass wir auch bei so einfachen Abschätzungen die wellentheoretischen Grundlagen nicht vergessen. Vor allem im tiefen Frequenzbereich muss mit Bedacht auch der richtige Einsatzort für entsprechende Absorber gewählt werden.

In Abbildung 6.2.4 kann man für alle Terzbänder des Nachhallzeit-Toleranzschlauches nach DIN 15966 die benötigten Absorptionsgrade und äquivalenten Absorptionsflächen bei der gewünschten Nachhallzeit T500 von 0,25 Sekunden ablesen.

Mit Hilfe dieser Werte wird die Menge an benötigten Absorbern bestimmt werden. Da auch diese im Selbstbau hergestellt werden, wird es möglich sein, immer wieder nachzumessen und den Erfolg der Maßnahmen laufend zu beurteilen. Die notwendigen Grundlagen wurden in Kapitel Absorption beschrieben.

Um die Diffusität im Raum zu erhöhen wird in erster Linie versucht werden die verbliebene Wandfläche mit Diffusoren auszustatten und sowieso benötigte Einrichtungsgegenstände wie Lampen in akustisch streuende Formen zu integrieren.

Abbildung 6.2.4: Terzband Nachhallzeiten bei einem arithmetischen Mittel Tm von 0,25 Sekunden.
Abbildung 6.2.4:

Terzband Nachhallzeiten bei einem arithmetischen Mittel Tm von 0,25 Sekunden.